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Stationäre Geschäfte und E-Commerce-Websites: Die Hochzeit des Jahrhunderts zum Vorteil des Verbrauchers?

Stationäre Geschäfte und E-Commerce-Websites: Die Hochzeit des Jahrhunderts zum Vorteil des Verbrauchers?

3. Januar 2019

Einst als unlautere Konkurrenz und „Zerstörer“ des stationären Handels verschrien, verschmelzen E-Commerce-Websites heute mit der Welt des Einzelhandels und lassen einen „vernetzten Handel“ entstehen. Mehr denn je befruchten sich Digitales und stationärer Handel gegenseitig. Das Ende der Dualität zwischen Handel und E-Commerce markiert den Beginn einer neuen Ära, in der der Bedarf an Geschäftsräumen laut Mata Capital Investitionsmöglichkeiten birgt.

Von der Annäherung zur Konvergenz der Handelsformen

Das Internet für die breite Öffentlichkeit begann in Frankreich wirklich im Jahr 1995. In diesem Jahr startete der Gigant Amazon. Versandhändler (darunter La Redoute) sahen im Web eine Chance, während Fnac bereits 1998 mit Fnac Direct zum ersten „Click-and-Mortar“-Unternehmen wurde. Eine ferne Zeit, denn innerhalb von etwa zwanzig Jahren, ist der aufkommende und bedrohliche E-Commerce heute für viele Akteure von entscheidender Bedeutung geworden. Die Entwicklung vollzog sich in zwei großen Bewegungen: Pure-Player haben sich etabliert und dank E-Commerce ein rasantes Wachstum erlebt. Nach diesen Jahren mit exzellenten finanziellen Leistungen setzte Stagnation ein: Es wurde notwendig, neue Hebel zu finden. Dabei entstand die Idee, physische Geschäfte zu eröffnen oder sich traditionellen Akteuren anzunähern.

In einer entgegengesetzten Bewegung, erkannten einige fest in unseren Städten etablierte Händler, dass sie in diese digitale Revolution eintauchen mussten. Um einen neuen Vertriebskanal zu finden, um die Bekanntheit zu steigern. Diese Bewegung brachte E-Commerce-Akteure hervor, die auch über Offline-Erfahrung verfügen (Sephora oder Leroy Merlin sind gute Beispiele dafür).

Diese beiden Bewegungen, die zu einer Konvergenz beigetragen haben, haben – heute – die Unterscheidung zwischen Handel und E-Commerce beendet. So wissen die aktivsten und ambitioniertesten Händler, dass Geschäftsräume unerlässlich sind und bleiben werden. Genauso wie eine Online-Präsenz.

Das transformierte physische Netzwerk, dieser vitale Ankerpunkt für den Cross-Channel-Handel

Ein physisches Netzwerk und eine starke Marke zu haben, war gestern ein unbestreitbarer Vorteil. Doch angesichts der soeben erwähnten Konvergenz der Handelsformen muss diese Marke auch online existieren. Die Produkte, der Service, die Geschichte und die Werte. All diese Elemente, die eine Marke im Laufe der Zeit prägen, entwickeln sich weiter. Sie müssen auch online vermittelt werden. So haben die physischen Netzwerke ihre Transformation begonnen, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit je nach Marke. Selbst Marken, die dem E-Commerce am undurchlässigsten gegenüberstanden, überdenken ihre technologische Agilität, ihr Marketing und ihre Logistik. In Bezug auf Letzteres investiert Mata Capital insbesondere in Paris in die Last-Mile-Logistik über seinen Fonds MCF Quality Street.

Die Bedeutung des stationären Geschäfts und seine standortabhängige Variabilität

Das Verhältnis zu stationären Geschäften hat sich gewandelt. In Großstädten werden über gut eingerichtete kleine Flächen schnelle und präzise Dienstleistungen gefordert. Man geht nicht mehr zum Einkaufen, sondern holt die Einkäufe ab, holt ein Paket oder ein Produkt in einem Geschäft ab. Der Handel wird immer weniger zu einem Ort des Bummelns (außer an bestimmten Adressen, die auf dieses Versprechen setzen). Wir leben im Zeitalter des zweckmäßigen Nahhandels in Großstädten. Pop-up-Stores und andere temporäre Geschäfte bringen Dynamik.

Umgekehrt gibt es in ländlichen Gebieten eine sehr starke Begeisterung für kleine und mittlere Ladenflächen. Da die Mobilitätsanforderungen nicht dieselben sind und die Nutzung des Autos noch möglich ist, sind stationäre Geschäfte nicht nur Abholpunkte für Online-Bestellungen. In ländlichen Gebieten kauft man online ein und nutzt alle digitalen Dienste wie in Großstädten. Man nimmt sich dort aber auch die Zeit, in Lebensmittelgeschäften einzukaufen, wenn diese ein Qualitäts- und/oder Preisversprechen bieten und ein Erlebnis vermitteln.

An Stadteingängen, Autobahnausfahrten, an viel befahrenen Bundesstraßen: Marken etablieren sich und erzielen hervorragende Leistungen! Zwischen Krisen-resistenten Marken, die „Low-Cost“-Produkte anbieten, und den großen Namen aus den Bereichen Dekoration, Lebensmittel und Sport ist Platz für alle. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in mittelgroßen Städten ist hoch, mit einem bescheidenen, aber klar definierten Einzugsgebiet. Der Umsatz einiger Marken, die an diesen gut sichtbaren Standorten angesiedelt sind, ist manchmal schwindelerregend.

Logisch, denn diese Gewerbegebiete entsprechen einer neuen Konsumform, die „Einkaufen“ mit Freizeit verbindet. In einem solchen Gebiet kann man frisches Obst und Gemüse, Wein, Brot, Sportartikel und Luftballons für Kindergeburtstage kaufen. Zudem ist das Parken kostenlos. In diesen sehr umfassenden Gebieten, in denen sich Fitnessstudios, Freizeitparks und sogar Apotheken ansiedeln, ist der E-Commerce kein Konkurrent. Er ist da, präsent, für Konsumenten, die ein vernetztes Erlebnis wünschen.

Es ist paradox zu sehen, wie der Online-Handel, dessen ursprüngliches Versprechen immer war, die Preise zu unterbieten, heute zu einem Träger von Erlebnissen wird. Internetnutzer haben schon immer den „Preis“ als Hauptvorteil von Online-Angeboten genannt, doch heute ist er nicht mehr das einzige ausschlaggebende Merkmal für eine Bestellung. In einer vernetzten Welt sind Produktqualität, Angebotsbreite, angebotene Dienstleistungen, Standort, Kundenerlebnis und schließlich das Vertrauen in die Marke ebenfalls starke Kriterien… online oder im Geschäft. Das erklärt, warum Gewerbeimmobilien immer noch gesucht werden, um eine Marke zu gründen oder zu entwickeln. Gewerbeimmobilien überdauern Trends und Veränderungen, und ihr Wert ist dauerhaft hoch.

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